Das Jahr neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Und diese Zeit ist besonders von „Wünschen“ geprägt. Kinder schreiben oder malen ihren Wunschzettel für Weihnachten. Auch die Erwachsenen denken darüber nach, wie man anderen eine Freude machen kann und wie man ihm oder ihr vielleicht den einen oder anderen Wunsch erfüllen kann. Dann steht noch der Jahreswechsel vor der Tür, bei dem wir uns gegenseitig viel Gutes für das neue Jahr wünschen. Mit unseren Wünschen bringen wir unser Verlangen, unsere Sehnsüchte und sogar unsere Hoffnungen zum Ausdruck.
Einen, wie ich finde, ganz besonderen Wunsch äußert Johannes an Gaius im dritten Johannesbrief im zweiten Vers. Johannes schreibt: „Geliebter, ich wünsche dir, dass es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht.“
Auffällig ist, dass dieser Vers mit einer Feststellung beginnt und erst dann die Wünsche übermittelt werden. Als „Geliebter“ wird Gaius hier angeredet. Damit bringt Johannes einerseits seine tiefe und persönliche Verbundenheit zum Ausdruck und anderseits verweist er auf Gott: „Du von Gott geliebtes Kind, dir wünsche ich…“.
Durch das „Wünschen“ wird das „an Gott wenden“ noch verstärkt. Wünschen wird auch mit „bitten“ und „flehen“ übersetzt und wird vom griechischen Wort „beten“ abgleitet. Damit richten sich die Wünsche nicht nur an Gaius, sondern sie werden in erster Linie vor Gott gebracht. Man könnte sagen in jedem Wunsch steckt gleichzeitig eine Fürbitte. Im Wünschen stellen wir andere unter Gottes Obhut und befehlen sie ihm an.
Drei Dinge kommen in diesem Vers zur Geltung, die als Wunsch (Fürbitte) geäußert werden. Das erste betrifft das Wohlergehen in materieller Hinsicht: „dass es dir in allen Dingen gut gehe.“ Das „gut gehen“ von dem hier die Rede ist, hat ebenfalls eine tiefere Bedeutung. Neben dem Wohlergehen beinhaltet diese Wendung den Wunsch, dass jemand einen guten Weg geführt wird.
Das Zweite ist der Wunsch nach Gesundheit. Und als Drittes folgt: „dass es deiner Seele gut gehe“. Mit der Seele ist das innerste, das geistliche Zentrum des Menschen gemeint, also den Glauben betreffend, die Beziehung zu Gott. Alle Bereiche des Lebens, die in diesen Wünschen angesprochen werden, mögen der Führung Gottes unterliegen.
In diesem Sinne wünsche auch ich Ihnen ein gesegnetes, gutes und gesundes neues Jahr 2012. Möge die Liebe und Kraft des Herrn Sie umgeben, Sie führen, leiten und bewahren.
Ihr Daniel Seyfried